Die ersten 15 Minuten

Server ausgefallen: was tun in den ersten 15 Minuten?

Erst schauen, dann handeln. Die meisten Ausfälle lassen sich eingrenzen, bevor jemand kommt.

Kurz gesagt: Prüfe zuerst, ob wirklich der Server ausgefallen ist oder nur die Verbindung dorthin. Sieh dir Lämpchen und Bildschirm an und fotografiere jede Meldung. Ein einziger sauberer Neustart ist in Ordnung, mehrfaches Aus- und Einschalten nicht. Erscheint eine Erpressermeldung, zieh das Netzwerkkabel, lass den Server eingeschaltet und ruf an.

Die ersten 15 Minuten

  1. Eingrenzen: Kommt keiner mehr an die Daten oder nur ein Rechner? Wenn nur ein Rechner betroffen ist, liegt es oft an diesem Rechner oder an seinem Netzwerkkabel, nicht am Server.
  2. Hinsehen statt neu starten: Laufen Lüfter und Lämpchen? Steht etwas auf dem Bildschirm, falls einer angeschlossen ist? Leuchtet an einer Festplatte etwas rot oder orange? Fotografiere alles, was du siehst.
  3. Strom und Netzwerk prüfen: Steckt der Stecker, ist die Steckerleiste an, piept die unterbrechungsfreie Stromversorgung? Stecken die Netzwerkkabel am Server und am Switch, und blinken dort die Lämpchen?
  4. Einmal sauber neu starten, aber nur, wenn nichts piept, keine Festplatte rot leuchtet und keine Erpressermeldung zu sehen ist. Sauber heißt: über das Startmenü, oder den Einschaltknopf kurz drücken und warten, bis der Server von selbst herunterfährt. Nicht den Stecker ziehen und den Knopf nicht lange gedrückt halten. Danach nicht noch einmal.
  5. Verdacht auf Verschlüsselung: Dateien mit seltsamen Endungen oder eine Textdatei mit Lösegeldforderung? Netzwerkkabel ziehen, Server eingeschaltet lassen, sofort anrufen.

Was du lassen solltest

  • Festplatten herausziehen, tauschen oder umstecken.
  • Den Server neu einrichten oder „reparieren lassen“, wenn er das anbietet.
  • Datenrettungsprogramme aus dem Internet auf dem Server laufen lassen.
  • Lösegeld zahlen oder mit den Erpressern Kontakt aufnehmen.

Wann du anrufen solltest

Wenn der Server nach den Schritten oben nicht in wenigen Minuten wieder erreichbar ist, wenn eine Festplatte einen Fehler meldet oder wenn auch nur der Verdacht auf Verschlüsselung besteht. Halte die Fotos bereit, das spart am Telefon viel Zeit. Ob ich mich per Fernwartung verbinden kann oder vorbeikomme, entscheiden wir dann zusammen.

Bei Verdacht auf Verschlüsselung können Kunden- oder Mitarbeiterdaten betroffen sein. Dann kann eine Meldung an die Datenschutzaufsicht innerhalb von 72 Stunden nötig sein (Art. 33 DSGVO). Das klärst du mit deinem Datenschutzbeauftragten oder Anwalt; ich helfe, die technischen Spuren dafür zu sichern.

Damit ein Ausfall gar nicht erst zum Datenverlust wird, braucht es eine Datensicherung, die regelmäßig getestet wird. Mehr dazu auf der Seite IT-Sicherheit & Backup.

Häufige Fragen

Wie schnell läuft ein ausgefallener Server wieder?
Das hängt von der Ursache ab. Ein loses Kabel oder ein hängender Dienst ist in Minuten behoben, eine defekte Festplatte in einem gespiegelten System in Stunden. Fällt der ganze Server aus, entscheidet die Datensicherung: Mit einer getesteten Sicherung ist die Wiederherstellung planbar, ohne braucht es oft eine Datenrettung, und die dauert.
Kann ein Server-Problem per Fernwartung gelöst werden?
Wenn der Server läuft und im Netzwerk erreichbar ist, oft ja. Ist er ganz aus oder hängt er beim Starten, muss jemand vor Ort hinsehen.
Was kostet ein Einsatz bei einem Serverausfall?
Ad hoc 110 Euro netto je Stunde im 15-Minuten-Takt, ohne Zuschlag für Abend oder Wochenende. Vor Ort ist die Anfahrt bis 5 km inklusive, darüber gilt eine vereinbarte Pauschale. Vertragskunden werden bevorzugt behandelt.
Logo Andreas Grundke IT-Service
Andreas Grundke Inhaber · Fachinformatiker für Systemintegration Die externe IT-Abteilung für kleine und mittlere Betriebe im Münchner Osten: IT-Betreuung, KI im Betrieb, Software nach Maß und Websites. Über 20 Jahre in der IT, ein Ansprechpartner für alles Technische.
Zuletzt aktualisiert: 7. Oktober 2026 · Kontakt aufnehmen